Es heißt, die Predigt ist das Wort Gottes, gewirkt aus dem Heiligen Geist. Und doch soll die Predigt gut vorbereitet sein, theologisch fundiert, der Prediger hat Leitgedanken und bereitet sich vor. Nur schriftlich soll er es nicht vorher festlegen, der Geist soll es bei Bedarf erwecken. Der eine kann dann gut reden, der andere nicht, je nach Begabung (sprich Gabe). Und eigentlich kommt das Wort ja aus dem Heiligen Geist, von Gott, immer optimal. Und doch unterscheiden wir nach guten und schlechten Predigten. Und keiner wird behaupten, unter einer mißlungenen oder langweiligen Predigt wahrhaft selig geworden zu sein. Aber wenn doch alles von Gott kommt?
Es gibt Prediger, die neigen zum "wir". Wir sind heute gekommen, weil uns die Sache etwas wert ist, wir sind gelehrt so und so zu handeln, wir freuen uns auf dieses oder jenes, wir, wir, wir. Und wenn mich das eine oder ander "wir" nicht mit einschließt, ich mich nicht einschließen lassen will? Dann stehe ich außerhalb des "wir", dann stehe ich plötzlich neben der Gemeinde, bin ausgeschlossen.
Ist Predigt immer Predigt, Wort Gottes? Gehört manches nicht in ein Vor- oder Nachwort?
Kommt die Predigt auf den Punkt oder dümpelt sie so dahin?
Wieviele Geschwister gehen nicht während der Predigt gedanklich auf Wanderschaft, haben hier die besten Ideen? Könnte das durch kürzere Predigten nicht vermieden werden, wenn der Prediger nun mal nicht begeistern kann? Kann nicht in 10 Minuten Aufmerksamkeit mehr "rübergebracht" werden als in 30 Minuten Trance? Und dann nochmal von zwei Copredigern durchgekaut?
Hat die Predigt ein Thema oder springt sie auf gewohnten Pfaden von einer Floskel zur nächsten?
Donnerstag, 9. Juni 2005
Kritik: Predigt
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