Mittwoch, 10. August 2005

Glaubensziel

Wir hören viel von "unserem Glaubensziel", und das wir uns darauf "vorbereiten" sollen. Gemeint ist damit, von Christus bei seiner Wiederkunft mitgenommen zu werden und mit ihm "Hochzeit im Himmel" zu halten, und dann auf ewig bei Gott zu sein. Und das Vorbereiten meint das immer präsente Erwarten (Naherwartung) dieser Wiederkunft und die Mitarbeit im "Werke Gottes" (gemeint ist die NAK), um die "letzte Seele" zu finden.

Verbunden damit ist eine "Sehnsucht" nach der "Heimat", um dem Kummertal des Erdendaseins, dem Pilgerstand, zu entfliehen.

Um das Ziel aufzuwerten, wird der Weg abgewertet, hier ist Dunkel, dort ist Licht, hier Schmerz, dort Freude. Die Freude des Christentums wird auf die Zukunft beschränkt. Und man versucht Leistungen zu erbringen, um einmal angenommen zu werden, und damit dieser Zeitpunkt näher rückt (Weinbergsarbeit).

Aber, sind das wirklich die Kernaussagen des Evangeliums, ist das die Frohe Botschaft? Was heißt denn werden wie Christus? Wonach richten wir unser Leben ein? Und wofür erhalten wir "Kräfte" im Gottesdienst, um den beschwerlichen Pilgerweg weitergehen zu können?

Oder ist in uns neues Leben, voller Liebe und Gottesnähe, sind wir durch die Annahme von Gott in unser Leben eine neue Kreatur geworden, strahlt das Wesen Gottes durch uns in die Welt? Wo dran erkennt Christus die Seinen, an der Kirchenzugehörigkeit, an dem Siegel auf der Stirn durch eine Handauflegung eines Apostels?

Und wird uns im Gottesdienst das Wesen Christi nahegebracht, wird seine Frohe Botschaft verkündet, gehen wir freudig hinaus in die Welt und das Leben in dem Bewußtsein, Gott ist mit uns?

Ist das Glaubensziel vielleicht eher Christus anzunehmen, sein Wesen anzunehmen und zu werden wie er? Dann wird er uns erkennen, heute, morgen und in Ewigkeit.

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