Donnerstag, 26. Januar 2006

Uster

Nach Uster rückt ein Punkt wieder ganz nach vorne: Die Legitimation unserer Apostel. Denn die Aussagen bezogen sich ja nicht auf jeden, der sich Apostel nennt, sondern auf die Apostel der Neuapostolischen Kirche (und nicht auf den Apostolischen Stuhl in Rom z.B.). Und wieso sind die Apostel der NAK "richtige" Apostel? Dabei hilft es nicht weiter mit Gefühl oder Erleben zu argumentieren. Wenn die Kirche Begriffe wie Heil versucht biblisch und theologisch zu begründen, kommt sie auf Dauer nicht umhin auch die spezielle Legitimation "ihrer" Apostel geschichtlich zu begründen.

Waren die Apostel der katholisch-apostolischen Kirche in England "richtige" Apostel?

Durch sie wurde der Prophet Geyer ins Amt gesetzt. Er berief Apostel, die von den englischen Aposteln aber nicht anerkannt wurden, ja teilweise (Rosochacky) ihre eigene Berufung als "teuflisch" später ablehnten.

Geyer und Schwarz (der ihn als Leiter der Hamburger Gemeinde unterstützte) wurden Ihrer Ämter enthoben und exkommuniziert. Geyer hatte also seine Legitimation verloren! Ohne Legitimation rief er weitere Apostel, unter anderem Schwarz, bis er wieder ausgeschlossen wurde, von eben diesem Schwarz!

Und dieser Leiter der Hamburger Gemeinde, Schwarz, gründete quasi die Neuapostolische Kirche.

Wie legitimiert sich also die NAK und ihre Apostel? Denn in der Folge setzten Apostel weitere Apostel usw.

Natürlich ist die NAK heute die größte "apostolische" Kirche, die sich von der katholisch-apostolischen Kirche ausgehend versteht. Aber das kann kein Argument für Legitimation sein, sonst gäbe es keinen Gott, denn Atheisten bilden die Größte Gruppe!

Je mehr Zeit vergeht, desto mehr verlieren sich die Einzelheiten der Entstehung der NAK im Dunkeln der Vergangenheit. Und natürlich ist das Heute wichtig. Aber Christen legitimieren sich über Christus, und die NAK über Apostel. Es ist notwendig, diese Wurzeln genau zu beleuchten. Denn die heute beanspruchten Vollmachten leiten sich von den Wurzeln her ab, mit Recht?

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