Donnerstag, 4. September 2008

Das Leiden herbei predigen

In vielen Gottesdiensten, in denen ich in den letzten Jahren in der NAK war, ging es viel um Sorgen, Belastungen, Leid, Trübsal und das alles immer schwerer wird. Und je länger ein Amtsträger im Amt war und je älter er wurde, desto größer wurde das Leid.

Gerne wurden diese herbei gepredigten Leiden dann als Zeichen für die angebrochene "Endzeit" gedeutet. Dazu kamen dann Durchhalteparolen, treu bleiben, Glauben behalten, bereit sein, würdig werden, den schmalen Weg nicht verlassen, fest an der Hand der Apostel bleiben. Möglich ist es nur durch Wort und Gnade, also den Besuch der neuapostolischen Gottesdienste und der vorbehaltlosen Annahme der Predigt.

(Denen das nicht reichte wurde der Weg mit Musik (Orchester, Kammerchöre, neues Gesangbuch), Kirchenkaffee oder gemeinsamen Bootsfahrten und anderen Aktivitäten versüßt. Kinder versucht man durch neue Lieder und ausgefallenere Kindertage bei der Stange zu halten.)

Dabei sollte doch das Evangelium eine "frohe" Botschaft sein, sollte begeistern, nicht hier ist Leid und dort ist Freude.

Das Reich Gottes soll in uns Gestalt annehmen, das ist etwas anderes, als ein neuapostolischer Freifahrtschein ins himmlische Jerusalem ...

5 Kommentare:

  1. Definiere einmal bitte "Das Reich Gottes".

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  2. DAS es eine Art Endzeit gibt, davon bin ich auch überzeugt. Und ich gehöre nicht der NAK an

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  3. Kirchen sind Wirtschaftsunternehmen. Genau wie die Telekom müssen sie ihre Kunden bei der Stange halten und da gibt es Sondertarife, Vergünstigungen aber manchmal auch Drohungen wie Endzeit. Zuckerbrot und Peitsche halt. Ich glaube, wer an Gott glauben möchte, sollte das Evangelium lesen, es sich nicht vorpredigen lassen.

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  4. Menschen lernen am Modell. Sie werden zu der Geschichte die sie glauben. Wenn Traurigkeit gepredigt wird, erscheint diese auch. Traurige Menschen sind auch eher bereit sich in Abhängigkeit zu begeben.
    Freudige, frohe Menschen, die mit ihren Bedürfnissen verbunden sind fühlen sich so: abenteuerlustig, angenehm, angeregt, angespornt, aufgeregt, ausgelassen, beflügelt, befriedigt, begeistert, belebt, berührt, dankbar, empfindsam, engagiert, entzückt, erfrischt, erleichtert, ermutigt, erregt, erstaunt, erwartungsvoll, fasziniert, freundlich, fröhlich, geborgen, gelassen, gewiss, gespannt, gewiss, glücklich, gutgelaunt, heiter,hilfsbereit, hingerissen, hoch gestimmt, interessiert,, lebendig, lebensfroh, liebevoll, lustig, motiviert, neugierig, offen, optimistisch, selbstzufrieden, sicher, sorgenfrei, still, stolz, strahlend, tatkräftig, toll, überglücklich, überwältigt, vergnügt, verliebt, verzückt, wach, warm, weich, wertvoll, wissbegierig, wunderbar, zärtlich, zufrieden, zugeneigt und zuversichtlich.
    Darauf müssen traurige Menschen teilweise verzichten.
    Was die "Traurigmacher" nicht wissen, ist, dass Trauer ein Gefühl ist, das benötigt wird um dysfunktionale Bindungen zu lösen. Jeder kann entscheiden wo er hin will.

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  5. Leider ist dieses Phänomen überall zu beobachten. Auch ich sehe es, und vor kurzem habe ich erfahren, das mein alter Bezirksältester Wilhelm Andrich offensichtlich ebenfalls diese Entwicklung gesehen, und sehr darunter gelitten hat. Nun fragt sich natürlich, wie man damit umgeht...
    Ich persönlich suche immer die Verbindung nach oben. Ich besuche sehr wohl auch die Gottestdienste (jedenfalls sollten sie das ja sein...), und nehme den Segen mit heim. Das Geheimnis liegt jedenfalls im genauen zuhören, nicht bewerten! Und jeder hat die Möglichkeit, den himmlischen Vater auch direkt um Rat zu fragen. Ich mache davon Gebrauch, und werde auch nie enttäuscht!
    Aber es bleibt trotz allem der fade Beigeschmack, da habt ihr leider recht. Aber es ist eben diese Zeit, in der alles egalisiert wird, alles verschwimmt, und verwischt, die konturen schwinden, die Werte werden abgeschafft, es wird sogar teilweise versucht, das Evangelium zu "reformieren"... Ich frage mich nur, was will man an der Wahrheit reformieren? Sie bleibt immer das, was sie war: Die Wahrheit! Und das sollen wir einfach nur glauben. Aber genau das ist in unserer technisierten, modernen Welt für viele Menschen so schwierig...

    Michael

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