Früher war es klar, das Auskaufen eines jeden Gottesdienstes ist heilsnotwendig, mutwilliges Versäumen ist Sünde. Ausnahmen gab es nur bei Krankheit, Betreuung von Kindern etc. und Ausübung eines Berufes. Würde das heute noch jemand vom Altar verkündigen? Sicher nicht, und wenn, dann sicher nicht mit dem Segen der Kirchenleitung (oder doch?).
Aber warum gehen wir dann in die Kirche? Aus Verlangen, und wenn wir kein Verlangen haben, sind wir dann falsch im Glauben? Ist es einfach schön, wenn jemand in den Gottesdienst kommt, freuen wir uns über ihn? Und, machen wir uns Gedanken, wenn jemand nicht kommt? Ist der dann im Glauben müde geworden oder hatte er einfach mal keine Lust, und, ist das verwerflich?
Vielleicht liegt es manchmal auch nicht an dem der nicht kommt, sondern am Angebot im entsprechenden Gottesdienst. Muß ich hingehen, auch wenn es mir nichts bringt oder ich mich sogar ärgere? Es gibt nunmal unterschiedliche Gottesdienste, Heiliger Geist hin oder her!
Und es liegt nicht in erster Linie am Zuhörer und seiner falschen Einstellung, sondern auch oder auch nur am Dienstleiter! Natürlich kann man angenehm überrascht werden, aber auch genauso unangenehm.
Es ist leicht, vom Altar zu sagen: Die Predigt ist Gottes Wort, immer frisch und immer genau die richtige Speise. Und man braucht ausgewogene Kost, Gott verteilt sie so, wie sie für uns am besten ist. Und das alles, ohne auf das Fleisch zu schauen, der Sprechende ist ja nur Werkzeug des Heiligen Geistes. Und wem es nicht schmeckt, der gleicht einem störrischen Kind, dass nur Kuchen essen will und keine Kartoffeln.
Aber es kommt auch viel unverdauliches, was nicht von Gott kommt! Und außerdem sind die Geschmäcker verschieden! Gottesdienst kann doch einfach ein Angebot sein, ohne Essenszwang! Und wenn man vorher weiß, wer der Koch ist und welche Zutaten er gerne benutzt kann man auch mal ne Weile fasten. Und beim nächsten Mal wieder mitessen, vielleicht sind ja neue Rezepte auf dem Speiseplan ... oder der Koch hat einen Kochkurs besucht ...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen