Vor ca fünf Jahren hatte ich mit dem damaligen Bezirksapostel Leber einen Schriftwechsel bezüglich der so genannten "Sonntagsschule". In Wyk beginnen die Kinder mit der Gemeinde zusammen den Gottesdienst, nach dem Textwort gehen sie in den Nebenraum und zum Abendmahl kommen sie wieder in den Hauptsaal. Ich schrieb ihm damals diesbezüglich:
"Bei dieser Abfolge erleben die Kinder also den normalen Gottesdienst, lediglich der Predigtteil ist für sie speziell zugeschnitten."
Leber antwortete:
"Das ist zwar eine interessante, aber doch sehr großzügige Sehensweise."
Damit konnte ich leben, für mich war es eben nicht Sonntags"schule", sondern Kinderkirche. Deshalb lag mein Fokus auch nicht auf "lernen" sondern "kennenlernen" und "erleben".
Vor gut einem Jahr hatte ich das gleiche Thema mit dem für Wyk zuständigen Bezirksvorsteher. Ich schrieb ihm unter anderem:
"Für mich ist die Sonntagsschule, oder besser Kinderkirche, der Predigtteil für die Kinder, nicht das Fernbleiben von der Predigt. Hier scheinen unsere Ansichten doch sehr weit auseinander zu liegen."
Er antwortete darauf:
Ich sehe durchaus einen Unterschied in einer in der Anrufung Gottes und durch ein priesterliches Amt gehaltenen Predigt und einer als Unterricht verstandenen Sonntagsschule. Es heißt aus gutem Grund nicht ÂKinderkircheÂ, sondern Sonntags"schule".
Das verleitete mich zu schreiben:
"Hier kommen wir zu einem ernsthaften theologischen Problem, verlassen die Kinder und ihre Lehrkraft den Gottesdienst, wenn sie zum "Unterricht" gehen?"
Worauf die eindeutige Antwort kam:
"Ja, das ist so."
Und wieder ich:
"Das ist Ihre Meinung, ich habe eine andere."
Worauf das geliebte Feindbild von ihm hervorgeholt wurde:
"Wenn wir die Auffassung hätten, dass jeder predigen könnte, wären wir protestantisch und nicht neuapostolisch."
Es ist also inzwischen eindeutig, die Kinder nehmen sonntags nicht wirklich am Gottesdienst teil, sie haben Unterricht. Unter solchen Voraussetzungen fiel es mir schwer, weiter als "Sonntagsschullehrer" tätig zu sein.
Wenn ich das so lese macht es mich wütend und traurig. Ich habe ja auch etliche Jahre die "Vorsonntagschule" gemacht, hatte dabei immer das Gefühl, dass es für die Kinder ihr Gottesdienst ist (und für mich ja auch). Wie auch immer, als Schule oder Unterricht habe ich es jedenfalls nicht gesehen. Ich weiß nicht was diese Wortklauberei der KL soll und warum den Kindern abgesprochen wird, in einer für sie verständlichen Weise einen Gottesdienst zu erleben, nur weil ihn kein priesterliches Amt gehalten hat. Außerdem habe ich irgendwie in Erinnerung, dass es auch vor etlichen Jahren offiziell hieß, dies sei der Gottesdientteil für die Kinder, aber vielleicht habe ich da ja auch was falsch verstanden.
AntwortenLöschenHabe übrigens heute wohl zum vorletzten mal abgeschlossen und merke schon, dass ich froh darüber bin.
Viele Grüße
Sigrid
Liebe Sigrid,
AntwortenLöschenlaß dir doch dein Gefühl und die Gewissheit mit den Kindern damals Gottsdienst erlebt zu haben nicht nehmen.
Du weißt nicht, warum den Kindern ein Gottesdienst abgesprochen wird, NUR weil ihn kein priesterliches Amt gehalten hat? Da muß ich ja doch grienen, haste jemals etwas davon gehört, dass es in der NAK Gottesdienste gab oder gibt, die nicht von einem priesterlichen Amt gehalten werden, und dann auch noch von einer Frau ??? Für die NAK ist das weit mehr als Wortklauberei, es ist ein ganz entscheidendes Dogma.
Liebste Grüße von
deiner Claudia, die morgen auch abschließt;-)
Hallo Ihr beiden Lieben
AntwortenLöschenDa muss ich ja zu später Stunde meinen "Senf" unbedingt noch
zu geben.
Liebe Sigrid,zu der von Dir angesprochenen Zeit hatte ich ja
auch noch ein "Vorsonntagschulkind".
Ich habe es als Gottesdienst angesehen und außerdem weiß ich
noch ganz genau, wie groß Dein Opfer war, damals, als Du
"NUR" Kindergottesdienst hattest und Du auch daraus "NUR"
Deine Kraft schöpfen konntest, aus einem Kindergottesdienst,
den Du , eine Frau, gehalten hast, weil- den Gottesdienst für die Großen, also den "angeblich einzig echten" Gottesdienst, den
ja ein männlicher Priester gehalten hat. Den hast Du geopfert
für die Kinder und das nicht nur einmal. Unendlich viele Male.
Ich war öfter dabei, weil mein Kind noch klein war und es auch keinen anderen Raum gab.
Es war Gottes Dienst an den Kindern und ganz sicher auch an Dir.
Mögen andere reden, was sie wollen. Gott lässt sich nicht manipulieren.
Gott lässt sich nicht von "Menschenkindern" sagen , an
wem er Dienst verrichtet, wo er seinen Segen lässt.
Ich danke Dir, ich danke Euch für all die lange Zeit, in der
ihr Eure Kraft und Liebe, eure Zeit auch für meine Kinder
geopfert habt.
Seid fest umarmt.
Liebe Grüße
Unsere drei Kinder sind in die kinderkirche der Gemeinde Wyk immer sehr sehr gerne gegangen. Ich musste als Mutter nie "nachhelfen". Sie gingen von sich aus; besonders gefallen hat Ihnen das gemeinsame Singen mit der Gitarre von Harry . Die "Steine" wurde in unswerer Gemeinde in Süddeutschland dann auch verwendet.
AntwortenLöschenMit als Mutter von drei Kindern, die sich mittlerweile fast alle im Jugendalter befinden, bleibt nur ein ganz großer Dank an Harry für die wirklich kindergerechte
Mitmachkinderkirche.
spägteren Enkel wünschen, dass Sie auf Ihrer Urlaubsinsel Föhr auch wieder eine solche Kinderkirche in der NAK Süderstrasse hätten.
Bärbel Friedrich
Ich würde mir für meine
n
Zur Aussage des Vorstehers:
AntwortenLöschen"Wenn wir die Auffassung hätten, dass jeder predigen könnte, wären wir protestantisch und nicht neuapostolisch."
Bei dieser Auffassung würde der Vorsteher sicher sofort vom Glauben abfallen, wenn er wüsste, dass Apostel und weitere Amtsgaben der NAK ursprünglich durch Zungenreden bzw. Weissagenen aus dem Kreis der Gemeinde gerufen wurden: Siehe Zitat unten (Quelle: http://www.nak.org/de/150-jahre/geschichte/news-display/article/17906/ )
"Durch mehrere Weissagungen wurde John Bate Cardale als Apostel bezeichnet und aufgefordert, den Heiligen Geist zu spenden. Cardale war sich bewusst, dass er zunächst selbst glauben musste, dass er ein Apostel war. Er wusste: Weissagungen mussten geprüft werden. Und er begriff: Das war eine seiner Aufgaben als Apostel.
Cardale merkte, dass er nicht einfach tun konnte, was Baxter und Irving die Gläubigen gelehrt hatten. Er sollte ihnen die Hände auflegen, dann würden sie in Zungen reden, weissagen und Kranke heilen. Sündlos wie Jesus zu werden, Wunder wie er zu tun das war ihre Hoffnung. Mit diesen Geistesgaben würden sie ausziehen, predigen und die endzeitliche Gemeinde sammeln. Dann, nach dreieinhalb Jahren, konnte Christus kommen.
Cardale wusste nicht, was alles bis zur Wiederkunft Christi geschehen würde. Er merkte aber, dass Gott ihn anders führte, als Irving und die Gemeinde es dachten. Seine erste Amtshandlung als Apostel verrichtete er gar nicht in Irvings Gemeinde, sondern als er zu Weihnachten bei den Drummonds in Albury eingeladen war. Am Heiligabend 1832 fühlte er sich innerlich getrieben, durch Handauflegung William Rennie Caird zum Evangelisten zu ordinieren. Durch den Propheten Taplin aufgefordert, ordinierte er zwei Tage später Henry Drummond zum Engel (Bischof) der dortigen Gemeinde.
So entstand erst eine Kirche mit einer Ämterordnung, ehe schließlich 1847 erstmals die apostolische Handauflegung zur Versiegelung stattfand. Vorher lernte die Gemeinde: Vordringlicher als einzelne Geistesgaben waren die Ämter als Gaben Gottes für seine Kirche. An ihrer Spitze mussten Apostel stehen und für die rechte Ordnung sorgen.
Cardale wusste damals nicht, was die Zukunft bringen würde. Er tastete sich, angeleitet von Weissagungen, schrittweise voran. Aber Gottes Plan stand fest, darauf vertraute er, und er war überzeugt: Gott wollte ihn als Apostel gebrauchen."
Apostel Cardale war der erste Apostel der NAK.